Lukas Felder dipl. Architekt ETH Sia
Ankerstrasse 3
CH-8004 Zürich
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Instandsetzung und Ausbau Obergericht Kanton Zürich Seilergraben 1

Objekt: Planerwahlverfahren im offenen Verfahren, ohne Rang
Standort: Seilergrabgen 1 Zürich
Bauherrschaft: Kanton Zürich
Realisation: 2018
Mitarbeit: Lukas Felder, Sabine Schaub

Ein Haus von robuster Grandezza und Eleganz

Das 185-jährige Gebäude befindet sich im städtischen Inventar schutzwürdiger Bauten. Nebst der Gebäudehülle sind in originalem Zustand: die hölzerne Treppe und deren Treppenhausverglasung, die Fensterfront beim Balkon, Tore und Türen, sowie Böden, Stuckaturen und Ornamente. Das ‚streng klassizistisch’ konzipierte Gebäude ist ein wichtiger Zeuge seiner Zeit.

 

Abstimmung Denkmalschutz - heutige Anforderungen

Das durch den Architekten Hans Conrad Stadler 1828-33 als herrschaftliches Wohnhaus erbaute Haus Seilergraben 1, wird seit den 1960-Jahren als Bürogebäude genutzt. Die - der neuen Nutzung entsprechenden - räumlichen und raumklimatischen Anforderungen sollen mit den denkmalpflegerischen Vorgaben abgestimmt werden. Die Strategie für die Instandsetzung und den Umbau umfasst zwei Bereiche, welche den Umgang mit dem Gebäude als Ganzes bestimmen werden: Der sorgfältigen Behandlung des Bestandes – Klären und Stärken der hochwertigen materiellen und räumlichen Substanz durch Freilegen, Erhalten und Rekonstruieren -, sowie der Ergänzung mit wenigen - subtilen, der Substanz entsprechenden – Eingriffen, zur Erfüllung der heutigen Anforderungen.

 

Erschliessung und Ausbau des Dachgeschosses

Das bestehende Treppenhaus ist das architektonische Herzstück des Gebäudes. Die heitere Grosszügigkeit der Treppenanlage ergänzt die ansonsten eher nüchternstrenge Sachlichkeit der Architektur und verleiht dieser damit einen besonderen Reiz. Die doppelt gewendelte Kreisbogentreppe führt in einer fliessenden Bewegung von der steinernen Eingangshalle im Erdgeschoss via erstes ins zweite Obergeschoss. Die Treppenanlage bleibt integral erhalten. Die neue Treppe vom zweiten Obergeschoss ins Dachgeschoss führt die Bewegung mit einem Wechsel ins Gebäudeinnere selbstverständlich weiter. Das neue Oblicht über dem Treppenlauf (RWA) unterstreicht die räumliche Öffnung zum Dachgeschoss und wertet dieses damit zusätzlich auf. Die neue Treppe ersetzt die bis anhin versteckt platzierte und beengte bestehende Treppe. Durch deren Rückbau wird Platz frei für zusätzliche Sanitärräume und die Wiederherstellung des verbauten Eckbüros im zweiten Obergeschoss. 

Neben den beiden normal befensterten zentralen Büroräumen, werden neu ostseitig ein Sitzungsraum und westseitig ein Aufenthaltsraum mit Teeküche, sowie zwei neue Sanitärräume geschaffen. Der Aufenthaltsraum wird über eine Brandschutzverglasung räumlich an den Treppenraum angeschlossen. Der Sitzungsraum erhält durch Entfernen des Kehlbodens seine räumliche Grosszügigkeit.






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