Lukas Felder dipl. Architekt ETH Sia
Ankerstrasse 3
CH-8004 Zürich
T +41 44 240 10 60
M +41 79 753 55 85

Instandsetzung Haus zum Kiel

Objekt: Planerwahlverfahren im selektiven Verfahren, ohne Rang
Standort: Hirschengraben 20, 8001 Zürich
Bauherrschaft: Liegenschaften Stadt Zürich
Realisation: 2019
Mitarbeit: Lukas Felder, Sabine Schaub

Robustes Gehäuse mit reicher Füllung


Ausgangslage

Das Anfang 18. Jahrhundert erbaute Haus zum Kiel ist ein stolzer Zeitzeuge der damaligen barocken Vorstadt. Gegen Aussen geprägt durch eine zurückhaltende Eleganz, verbirgt es im Innern manch Preziose von ‚heiterer Festlichkeit’.


Projektziele

Das denkmalpflegerisch wertvolle Haus am Hirschengraben, soll im Rahmen einer umfassenden Instandsetzung sorgfältig für die kommende Zeit gerüstet werden. Neben der Instandsetzung des Tragwerkes und teilweisen Aufwertung der Gebäudehülle, wird das Haus mit entsprechenden räumlichen Anpassungen und Ersetzen der Ausrüstung wieder seiner ursprünglichen Wohnnutzung für ein gehobenes Mietersegment zugeführt.


Gediegenes Wohnen im kulturellen Herzen der Stadt
 

Das ausserhalb der Stadttore in der barocken Vorstadt errichtete Wohnhaus, liegt heute an der Schnittstelle von beschaulicher Altstadt und pulsierenden Kulturstätten. Das Projekt sieht eine Unterteilung der Geschosse in Wohnungen von angemessener Grösse und zeitgemässer Ausstattung vor. Die Grosszügigkeit der Räume wird unterstrichen durch eine reiche Ausstattung mit Stuckdecken, Bodenbelägen in Stein, Terrazzo, keramischen Platten und unterschiedlichen Massivhölzern, diversen hochwertigen Schreinerarbeiten wie Wandtäfer, Einbau- und Objektschränke, gestemmte Massivholztüren in Nussbaum und Fichte, sowie nicht zuletzt einer Anzahl herrlich gearbeiteter originalen Kachelöfen.


Aufgabenstellung – Architektonisches Konzept 

Erschliessung und Ausstattung

Das Haus zum Kiel geprägt durch seine robuste Raumstruktur und elegante Grosszügigkeit der Ausstattung, erlaubt sowohl eine flexible Zuordnung der Raumnutzung wie eine Raumunterteilung durch sekundäre Einbauten, und unterstützt damit das Vorhaben im Projektfokus – Unterteilung der Erschliessungshallen und Neuanordnung der Küchen -. Die Charakteristik des Bestandes bestimmt die Konzeption des Eingriffes. Die vorhandenen Qualitäten werden sichtbar gemacht und durch neue, eigenständige Teile ergänzt. Diese übernehmen die Charakteristik der qualitätvollen Teile des Bestandes, ohne historisierendes Kopieren, vielmehr durch angemessenes Interpretieren und Weiterentwickeln. Das Neue erinnert an das Vorhandene – Das Vorhandene wird durch das Neue aufgefrischt. Ein Oszillieren zwischen Gegenüberstellung und Einbettung.


Aufgabenstellung – Projektfokus

Unterteilung der Erschliessungshalle _ Raumhaltiger Einbau 

Die grosszügig dimensionierte Längshalle mit reicher Ausstattung - Türen in Nussbaum und Tannenholz, Massivholzschränke, Decken mit Kreuzgewölben oder stuckiert - erschliesst sämtliche Zimmer. Der neue, dem Treppenhaus angefügte Vorraum unterteilt die Erschliessungshalle und ist den drei Geschossen entsprechend ausformuliert. Der Abschluss zu den Wohnungen ist in einen unteren und einen oberen Teil gegliedert; der untere bezieht sich auf Türen und Einbauten, der obere - als filigrane Verglasung ausgebildet - belässt der Hallendecke ihre raumübergreifende Wirkung. Im zweiten Obergeschoss hat dieser Vorraum eine oktogonale Grundrissgeometrie; dies macht einerseits ein funktionales Integrieren von Küchentüre und Garderobe möglich, und interpretiert andererseits die Raumvolumetrie der Kreuzgewölbedecke im Erd- und ersten Obergeschoss.


Neuanordnung der Küchen _ Arbeitsraum mit Wohnqualität

Die Küchenräume zum Hirschengraben sind in Enfilade mit den angrenzenden Wohnräumen verbunden. Die Ausstattung mit edlen Holzböden und reichen Stuckdecken unterstreicht deren gediegene Wohnlichkeit. Die Küchen werden mit zwei unterschiedlichen Elementen ausgestattet welche sich je auf den Bestand beziehen. Hochschrank und Sideboard erinnern an Wandschränke und Wandtäfer und betten sich als solid ausformulierte Schreinerarbeit nachhaltig in diese ein. Die Kochinsel als funktionales Herzstück der Küche, nimmt Bezug auf die originalen Kachelöfen in den angrenzenden Wohnzimmern und interpretiert diese als zeitgemäss kräftig ausformuliertes Element in einer selbstbewussten Gegenüberstellung.

Die materielle und strukturelle Substanz des Bestandes wird ergänzt durch – diesem entsprechende – hochwertige, natürliche und nachhaltige Materialien.

Neue Küchen. Hochschrank und Sideboard mit Griffleisten in Massivholz gestrichen. Kochinsel mit Arbeitsfläche, Fronten und Griffleisten in Metall – Stahlplatte schwarz verzinkt, Chromstahl bronziert, Rundstahl vernickelt -. Umlufthaube Leuchte kombiniert. 

Neue Wohnungsabschlüsse. Wohnungstüren - Futterrahmentüren mit Leibungen und Schwelle - und raumhaltige Nischen in Massivholz gestrichen oder natur, Brandschutzverglasung mit filigraner Rahmung in Massivholz gestrichen oder natur.

 






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