Überbauung Zentrum Kerns
Objekt: Studienauftrag auf Einladung, 2. Rang / 2. PreisRealisation: 2000
Mitarbeit: Lukas Felder mit Patrik Seiler, Markus Seiler
Projektblatt: Überbauung Zentrum Kerns
Einbindung in den Dorfkern
Die Bebauungsstruktur des Dorfes Kerns ist geprägt durch einzelne Gebäudevolumen, Geschäfts- und Wohnhäuser, die entlang der Hauptstrasse dicht aufgereiht sind. Zwischen diesen Gebäuden befinden sich Gassen, welche die hinteren Gebäude und Räume des Dorfkerns mit der Hauptstrasse verbinden. Das vorliegende Projekt will diese ortsbildnerische Qualität aufnehmen und weiterführen. Ein repräsentatives Gebäudepaar wird prominent an die Hauptstrasse gesetzt. Dadurch verstärkt das neue Dorfzentrum die räumliche Beziehung zu den umliegenden Gebäuden und es entstehen neue zusätzliche öffentliche Aussenräume. Die neue Mitte erhält ihre Bedeutung durch die Erschließung des oberen und unteren Pausenhofs der dahinter liegenden Schulanlage, die Zugänge zu den Geschäften und Wohnungen sowie durch die Bildung eines neuen Dorftreffpunktes. Die unterschiedlichen Geschosszahlen in den beiden Gebäuden ergeben eine Höhenstaffelung, welche einerseits eine Steigerung in Richtung Dorfmitte signalisiert und anderseits das zweigeschossige Gemeindehaus ans Dorf anbindet.
Offene Zugänge und Bildung von Extraräumen
Durch das Addieren und Wegschneiden von Volumenteilen am kompakten Baukörper, werden die unterschiedlichen Nutzungen sichtbar gemacht. In Anlehnung an die lokale Bautradition erfolgen die allseitig angeordneten Zugänge über gedeckte Aussenräume. Die zwei Postautowartezonen und die Ladenzugänge entlang der Hauptstrasse erhalten je ein kräftiges «Perrondach»; die Räume der Schule Kerns, Kindergarten und Musikschule, werden vom Pausenhof über eine Veranda betreten; vom neuen Zwischenraum werden die Geschäfte im Obergeschoss über eine Laube und die zwei Wohnungen über eine Veranda erschlossen.
Baustruktur und Materialisierung
Die zwei Volumen weisen eine einfache und durchgehende Tragstruktur auf. Über alle fünf respektive vier Geschosse liegen quer zur Hauptstrasse, im Abstand von acht Metern, tragende Bauteile. Je nach Raumgrösse und Nutzung sind dies Wandscheiben oder Stützen. Die gesamte Struktur - Wände, Stützen und Decken - ist in Stahlbeton und Backsteinmauerwerk erstellt. Die Fassaden der beiden Häuser werden mit Holzschindeln verkleidet.



